Ökologischer Landbau

Was ist ökologischer Landbau?

Der ökologische Landbau hat sich aus unterschiedlichen Weltanschauungen und agrarpolitischen Motivationen entwickelt. Gemeinsames Anliegen aller Akteure ist es, gesunde Lebensmittel zu erzeugen und dabei die natürlichen Ökosysteme zu schonen.

Nicht der Ertrag soll maximiert, sondern die Gesamtleistung des Betriebes optimiert werden.

Heute ist es wissenschaftlich belegt, dass der ökologische Landbau die umweltfreundlichste Form der Landbewirtschaftung ist. Der Bio-Landbau trägt aktiv dazu bei, Ökosysteme und die Artenvielfalt zu erhalten, den Boden zu schützen, das Wasser rein zu halten und die Klimabelastung durch die Landwirtschaft zu senken.

Der biologische Landbau ist in der EG-Öko-Verordnung seit 1992 gesetzlich geregelt. Jeder Bio-Betrieb wird von einer unabhängigen und staatlich zugelassenen Kontrollstelle auf die Einhaltung der Verordnung überprüft.

Ökologischer Landbau - die Grundsätze

Leitbild im Bio-Landbau ist ein möglichst geschlossener Betriebskreislauf. Das heißt: Ackerbau und Viehhaltung sind aneinander gekoppelt. Auf der Ackerfläche werden neben Verkaufsfrüchten auch Futterpflanzen für die Tierhaltung erzeugt. Die pflanzlichen Abfälle und der tierische Dung werden entweder frisch oder kompostiert auf die Ackerflächen zurückgeführt.

Damit es nicht zu einem Nährstoffüberschuss durch tierischen Dung kommt, der Umwelt und Grundwasser belastet, ist die Tierzahl flächenabhängig begrenzt. Dementsprechend ist im biologischen Landbau zwar viehloser Ackerbau erlaubt, jedoch keinesfalls eine flächenlose Tierhaltung. Im viehlosen Betrieb muss die fehlende Tierhaltung durch eine Fruchtfolge mit einem entsprechend hohen Anteil an Leguminosen ausgeglichen werden.

Die Bodenfruchtbarkeit erhalten und steigern ist eine der wichtigsten Aufgaben des Bio-Landwirtes. Der Boden dient der Pflanze nicht nur als Standort, sondern nimmt auch die zentrale Stellung für ihre Ernährung und Gesundheit ein. Zudem ist ein fruchtbarer Boden die Basis der Wirkungskette "gesunder Boden - gesunde Pflanzen - gesunde Tiere - gesunde Menschen". Auch soll der Boden nachfolgenden Generationen als Produktionsgrundlage erhalten bleiben.

Das Tier ist im Betriebskreislauf das Bindeglied zwischen Boden und Pflanze.

Im biologischen Landbau dürfen keine Pflanzenschutzmittel und mineralischen Stickstoffdünger eingesetzt werden. Zur Düngung werden betriebseigene pflanzliche und tierische Abfallstoffe verwertet, Stickstoff sammelnde Leguminosen angebaut und organische oder in natürlicher Form vorliegende mineralische Dünger eingesetzt.

Auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel wird im Bio-Landbau zugunsten des vorbeugenden Pflanzenschutzes verzichtet: Pflanzeneigene Abwehrkräfte werden gestärkt und natürliche Regulationsmechanismen unterstützt - etwa durch Förderung von Nützlingen, standortangepasste Arten- und Sortenwahl, zeitgerechte Bodenbearbeitung und ausgewogene Düngung.

Dem massenhaften Auftreten von Unkräutern beugt der Bio-Landwirt durch eine ausgewogene Fruchtfolge und sorgfältige Bodenbearbeitung vor. Darüber hinaus werden Striegel, Hacke und Bürsten zur direkten mechanischen Beikrautregulierung eingesetzt.

Der Einsatz von Gentechnik ist im biologischen Landbau verboten. Die Gentechnik fußt auf einer reduktionistischen Betrachtungsweise: Lebewesen werden nicht als lebendige Teile eines Systems behandelt, sondern als Einheiten, die in beliebige Bausteine zerlegbar sind. Die Auswirkungen auf Zusammenhänge und Wirkungsgefüge der Ökosysteme und damit auch den Menschen werden dabei kaum berücksichtigt. Dies widerspricht der ganzheitlichen Denkweise im ökologischen Landbau.

Links zum Thema:

www.bmelv.de www.oekolandbau.de www.bio-siegel.de